Was der Dünndarm mit dem Sommer zu tun hat!

Es ist ziemlich warm, sogar noch jetzt Anfang September. Die Feuer- und Sommerzeit neigt sich dem Ende zu und das geschäftige Regen beginnt auf allen Ebenen, wie das Erwachen aus einem Mittagsschlaf, zumindest sollte es das….

Die Ferien, in Berlin, sind dem Ende nahe und das Leben wird durchsortiert, startklar gemacht. Besonders im Haushalt: Was ist kaputt, was kann weg, was wird benötigt,was kann wie weiter verarbeitet werden? Manchmal staut sich da etwas, der Termin bei der BSR steht und alle freuen sich auf die, hoffentlich danach, schön sortierten Kellerregale und leergefegten Zimmernischen.

Unser Dünndarm übernimmt den gleichen Job, das Sortieren, nur in uns.

Er muß abwägen was noch zur Weiterverarbeitung gebraucht wird, zersetzt und zerlegt die wichtigen Stoffe und stellt sie neugeordnet dem Gesamtsystem wieder zur Verfügung oder leitet sie, wenn kein Bedarf ist,  an den Dickdarm zur endgültigen Resteverwertung weiter. Wenn wir einen gut funktionierenden Dünndarm haben, können wir auch in unserer Umgebung besser sortieren und Ordnung halten, so sieht es die traditionelle chinesische Medizin:

Innen wie außen.

Der Dünndarm ist dem Feuerelement zu geordnet und hat dadurch seine Organoptimalzeit im Sommer. Vielleicht ist er jetzt auch so aktiv, weil wir in dieser Jahreszeit leichteres Essen bevorzugen und dann die Verdauung  nicht so ganz träge wird. Er gilt als das „Feuerlement-Geschwisterorgan“ zum Herzen. Er ist das Yang Organ, das Herz das Yin Organ. Somit ist er der aktivere, sprich: Ist alles schön sortiert, kann sich das Herz daran erfreuen.

Wenn wir also gerade nicht wissen wo oben und unten ist, können wir uns helfen in dem wir den Dünndarm stärken:

Zunächst mit Bitterstoffen,  wie Chicoree, das mag auch der Magen und die Leber.  Mineralstoffreiche Pflanzen wie Weizenkeimgras, Spirulina oder Aloe und Samen, wie Leinsamen, mit Heilerde, wenig Zucker, wenig weißes Weizenmehl, wenig Kuhmilch, besser Ziegen- oder Hafermilch und Kräutern wie Kurkuma.

Hafer entspricht in der 5 Elemente Küche dem Feuer. Morgens einen gekochten Porridge essen stärkt den Dünndarm, gerne auch mit Kurkuma! Kalt gegessenes Müsli schwächt eher den Darm, denn aus chinesischer Sicht verdaut sich Warmes nun mal deutlich besser wie Kaltes.

Der zum Dünndarm dazugehörige Merdian, die Energiebahn in der die Lebensenergie Chi fließt, startet an den Händen, außen am kleinen Finger neben dem Nagelfalz und endet vor der Ohrmuschel. Er zieht wie im Zickzack über das Schulterblatt und viele Triggerpunkte für klassische Verspannungen liegen auf ihm. Wenn wir uns zuviel „aufschultern“ und nicht gut vorsortiert haben, setzen sich dort die Verspannungen gerne fest.

Ein toller Trick die Spannungen abzubauen ist, einen Akupressurpunkt an der Handaußenkante zu zupfen oder die Handkanten  auf diesen Punkt „aneinander“ zu klopfen. Wenn die Hand zur Faust gemacht wird, steht unter dem kleinen Finger eine Falte nach außen, wie zu einem kleinen Berg hervor. Diesen Berg behandelt ihr. Es handelt sich um den sogenannten Dünndarm Akupressurpunkt Nr 3, dem „großen Schulter-Öffner“.

Achtet beim Klopfen darauf nicht die Luft anzuhalten und die Schultern immer weiter fallen zu lassen, sie gehören nämlich eigentlich nicht neben Eure Ohren!

Bei Traumabehandlungen hat es sich gezeigt, dass dieser Punkt geklopft emotional stark stabilisierend wirkt.

Klopfen könnt Ihr ihn im Dreier Rhythmus am besten drei, dreißig oder neunzig mal, bis zu dreimal täglich, drei Tage für akut, drei Wochen für schon längere Probleme und drei Monate um starkes Ungleichgewicht zu behandeln.

Die Übung gilt nur als Anregung , bei chronischen Krankheiten ist es empfehlenswert sich z.B. in eine TCM Behandlung mit Kinesiologie zu begeben, dort kann genauer ermittelt werden, welche Punkte, in welchem Zeitraum, um welche Uhrzeit, wie behandelt werden sollen.

So gibt es eine Organuhr in der chinesischen Medizin. Anhand dieser entscheiden die TherapeutInnen wann die optimale Stärkung geschehen kann. Dünndarm und Herzen wird die Mittagszeit zugeordnet. Ein kleines Schläfchen zur Mittagshitze trägt also  dem Wohlbefinden unserer Feuerorgane bei, es lebe die Siesta! Hinterher sortiert es sich bestimmt viel besser.

Damit wäre ich am Ende mit dem Beitrag zum Dünndarm, ich klopf dann mal die Handkanten und sortiere weiter im warmen Sommerabend…