Die Knochen trocknen lassen

Neulich bei der Prophylaxe, meine ausführende Zahnreinigerin hatte glücklicherweise nicht so viel Arbeit mit mir und so plauderten wir über: Das Wetter. Insbesondere über diesen nassen und nass bleibenden Sommer. Sie meinte: „Die Knochen können diesen Sommer gar nicht trocknen.“ Ich lachte und verstand sofort was sie meinte…

In der TCM (traditionellen chinesischen Medizin) sprechen wir von Feuchtigkeit, die den Körper belastet. Das kann Feuchtigkeit aus Nahrungsmitteln sein, aber auch direkt als klimatischer Faktor, sprich vom Regen. Für gewöhnlich tanken wir wirklich die Sonne im Sommer und die trockene Hitze kann das zuviel an Feuchtigkeit, was sich ab einem gewissen Reifeprozess leider als ziehen in Muskeln und Gelenken oder Narben (Wetterfühligkeit!) bemerkbar macht, trocknen. Die Sonne, der Sommer, die Hitze treibt die Nässe, die Kälte des Winters, dem Wasserelement endgültig raus. Das Bild der Knochen entspricht dem Wasserelement. Diesem werden Skelett, die Zähne und die Ohren zugeordnet. (Akute Mittelohrentzündung ist übrigens eine feuchte Hitze im Gehörgang).

Da es jetzt schon fast zehn Tage her ist, wo die freundliche Dame dies sagte und es schon wieder in Strömen hier schüttet, fühle ich mich gerade zu berufen ein paar Nahrungsmittel und Ideen zum Vertreiben der Nässe aus den Knochen zu empfehlen.

Zunächst einmal sollten Nahrungsmittel die viel Feuchtigkeit, vor allem eher zähe, produzieren gemieden werden. Die da wären, Milcheisprodukte, Milch vor allem Jogurt, kalte Milchgetränke und Kaltes im Besonderen. Um die noch vorhandene kalte Feuchtigkeit hinaus zu transportieren sind wärmende und zerstreuende Nahrungsmittel gut: Curcuma in Hafer- oder Reismilch- Achtung Soja kühlt, daher eher nicht. An kalte Getränke sollten scharfe und wärmende Gewürze wie Chili, Ingwer oder Meerrettich. Viel gelobt sei hier das Gingerbeer. Viel Ingwer hilft den Schleim/stagnierende Feuchtigkeit zu vertreiben. Auch Malvenblüten und Hollunderblüten sind gut um Schleim herauszubringen und erfrischen dabei. Kichererbsen mit Spinat und Ingwer, Kartoffeln mit Lachs-Zuchini-Merettich-Limetten Gemüse, Salate mit Chili, Ingwer und Curcuma und wenn Shakes, dann auch mit etwas Curcuma und viel rotem Obst, Pflaumenkuchen und Kompott mit Nelken und Zimt… Trockene Sauna, ein Flugticket nach, tja wo ist es gerade heiß und trocken!?, Moxa-Therapie!

Moxa macht eine trockene Wärme und hilft damit sehr gut gegen die Feuchtigkeit. Die Moxazigarre bestehet aus fermentierten Beifuß und entwickelt, neben der trockenen Wärme, einen sehr krautigen Verbrennungsgeruch. Es gibt auch raucharmes Moxa,  dieses wurde schon mal vorverglüht und es sind Kohlezigarren, die entzündet werden. Kleine Moxaschlötchen zum aufkleben sind auch gängig und aus der sogenannten Moxawolle werden kleine vulkanartige Kegel geformt. Ein Teller und einen Löffel zum Abstreichen und Löschen sollte immer parat stehen. Bei müden vollen Beinen kann z.B. der Akupunkturpunkt „Milz 2“ am Grundgelenk des großen Zeh, der sogenannte Feuerpunkt in der Erde, gemoxt werden. Er trocknet Feuchtigkeit und hilft beim Lernen, sowie gegen Schläfrigkeit, daher auch Schülerpunkt genannt, denn aufsteigende Feuchtigkeit vernebelt unseren Geist. Ein bis drei Schlötchen sind hier sehr angenehm. Als weiterer Punkt kommt der „Magen 36“ Akupunkturpunkt in Betracht. Unterhalb des Knies, der sogenannte „Postboten“*-Punkt, modern auch: „Tanz-noch-ein DJ-Set“-Punkt, kann er gut selbst gemoxt werden.

Hier findet ihr eine Anleitung für das Moxa an Magen 36:

Dieser Punkt hilft um bei Trägheit zu stimulieren ( Yang-Aktivierung) und Feuchtigkeit umzuwandeln, sprichwörtlich um aus dem Quark zu kommen.

Mit dem trockenen Moxa muß natürlich auch vorsichtig umgegangen werden, eine Überhitzung merkt Ihr schnell an stärkerem Durst. Die Zunge ist ein guter Indikator: Menschen mit einer sehr roten Zunge sollten Moxa nur nach Absprache mit einem TCM Therapeuten anwenden. Menschen mit blasser, gedunsener Zunge und zu dem mit kalten Gliedern dürfen ein bis zweimal wöchentlich die Punkte angenehm erwärmen um die Knochen zu trocknen. Egal welcher Typ ihr seid, ein Gespräch mit einem/einer TCMler*in solltet ihr vorab zur Sicherheit doch halten. In China wird Moxa viel als Hausmittel verwendet, vielleicht ähnlich unserer Rotlichtherapie, aber die Menschen sind auch mit der Theorie dahinter vertrauter. Im Zweifelsfalle macht es Euch unter dem Rotlicht gemütlich, dies wäre der Wärmflache ( =Feuchte Hitze!) jedenfalls vorzuziehen.

Als abschließende Idee, die Knochen zu trocknen, seien ein paar ätherische Öle genannt, die helfen können die Feuchtigkeit zu vertreiben: Da wäre Arnika und Wachholder zu nennen, Rosmarin-, Zedern-, Lavendel- und Orangenöl. Entweder als ätherische Öle in einem Cocos- oder Argan-träger-Öl Mischen und damit den Körper einmassieren oder die gängigen Biomarken auf entsprechende Mischungen ableuchten…(Weleda, Primavera etc.) Bei Körperölen würde ich auf jedenfall Bioqualität empfehlen, sich mit Pestiziden einzubalsamieren ist fraglich.

So viel zum Durchtocknen der Knochen aber vielleicht hat der Regen ja auch mal ein Ende !

*Postboten-Punkt wurde er in China genannt, da diese sehr große Strecken laufen mussten. Der Punkt dynamisiert und wird so auch in der TCM-Sportmedizin vor Wettkämfen eingesetzt.

2017-08-03 18.01.52

Zeitreise: Einmal hin und ins Jetzt

Heute war ich da. Im Kunstraum Bethanien. „BORN IN THE PURPLE“ ist die aktuelle Ausstellung des Künstlers Viron Erol Vert. Eine Auseinandersetzung mit dem was war und ist, in der Türkei, in Istanbul, längs familiärer, politischer und gesellschaftlicher Geschichte.

Zunächst leuchtet es mir grün, in dem langen hohen Flur des Bethanien, auf dem Weg zu der Ausstellung, entgegen. Im Pförtnerhäuschen erwartet mich eine „Vorab-Installation“. Schwarz dominiert, angeordnete Blumengebinde, Grußkränze, so, wie ich sie von dem Blumenladen auf der Ecke Adalbert-Oranienstraße und zu jeder türkischen Eröffnung eines Ladens oder Projektes kenne. Nur, diese Blumen sind verdorrt, trocken, tod und das Bild ähnelt eher einer Bestattung. Der Titel: „Wie glücklich wer sich Türke nennt!“. Ich fühle Trauer und Betroffenheit aufsteigen und denke schade, dass ich nicht zur Eröffnung da sein konnte. Ein Fernseher und zwei Mikrophone in dem kleinen Raum lassen erahnen, dass Viron hier seine performative Seite gezeigt hat.

Viron Erol Vert, Jahrgang 75 lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul. Mit Abschlüssen der Textil- und Flächendesign Hochschule Weißensee, der UdK Berlin und der königlichen Akademie Antwerpens verfügt er über ein breites Spektrum um seiner forschenden Künstlernatur Ausdruck zu verleihen. Skulptur, Video- und Sound-Installation, Performances. Er pendelt zwischen den Städten und so wird auch seine Ausstellung zu einer Art Reise ins Purpurne… und Grüne.

Nach der Begrüßungsinstallation am Pförtnerhäuschen darf sich der/die Betrachter*in den Weg im Inneren wählen: Nach rechts auf eine Video-Installation zu oder geradeaus. Ich wähle geradeaus und folge dem Klang eines blechernen Brunnens und dem grünen Licht. Zuvor werde ich gebeten die Schuhe auszuziehen. Zum Glück ist es heiß und die Flipflops sind schnell weg. Das Kunstwerk liegt den betrachtenden Besuchern nun zu Füßen. Ein Teppich aus vielen Print-Teppichen. Zum schwarz und rot, was dominiert, gesellt sich etwas grün und blau. Bilder von Portraits, umsäumt mit Herzen, Rosen, Schiffssymbolen, wie Taue, Kompasse und Anker. Untermalt mit dem unablässigen plätschern, des quadratisch in der Mitte platzierten schwarzen Springbrunnen, dessen Fontäne blechern auf eine Spülamatur trommelt. Der Raum ist groß und entschleunigt. Am Ende der Blick auf den nächsten: Ein riesiger ominöser grauer Vorhang, mit Troddeln und aus schön geschwungenem Samt hängt dort. Ein Austellungsstück, wie vergessen, zu einer anderen Zeit, zu einer anderen Tür, zu einer anderen Geschichte. Nur der alte Kaufbeleg an der Wand, auf Türkisch, zeugt von seiner Herkunft.

Ich gehe weiter stehe vor einer purpurnen Nische. Warm und doch sonderbar türmt sich vor mir nicht der Turm zu Babel, sondern ein Turm aus verschiedensten kleinen dunkeln Holztischen, bestückt mit kleinen geheimnisvollen Holzschatullen auf. Geschichten wollen dort hinausschlüpfen, Geheimnisse vielleicht gelüftet werden. Nur eine Schatulle ist geschlossen, die oben aufliegt und so den Turm bewacht.

Ich wende mich dem nächsten Raum zu und sehe ein riesiges schwarzweiß Foto. 1973 steht darunter, eine Frau darauf ist gekennzeichnet, vielleicht Virons Großmutter? Es ist lebendig, eine Scene im öffentlichen Leben, im Restaurant oder einer Bar? Lachen, Freude, Essen und die obligatorische Bauchtänzerin. Ein anderer längst vergangener Beat klingt in mir an. In meinem Rücken eine beachtliche Restaurant-Karten-Sammlung. Designs aus den End 60ern und immer wieder die Familie auf Fotos dazwischen eingeklebt: Lachend, mal kritisch, in öffentlicher Gesellschaft in Istanbul. Kopftücher? Fehlanzeige. Viron stammt aus einer griechisch orthodoxen Familie, mit arabischen Einschlag und armenischer Tante. So sind die Familien Bilder einerseits ganz  privat und doch schmerzlich symbolisch für die sich verändernde Gesellschaft.

Ich folge nun dem roten Teppich in den schwarzen Video-Installations-Raum. Ein Knoten, vielleicht aus Blumenpapier, ist als Animation zu sehen. Zwei Kettchen, pink und grün, ähnlich wie Gebetskettchen umtanzen diesen spiralartig. Sie werden regelrecht zur DNA, die diesen Knoten gar befruchtet. Ein Loop. Dazu feine Klänge und der Gesang einer Frau. Tief hypnotisch, so hypnotisch wie der Brunnen, der immer noch den Regen von tausenden Wellblechdächern erzählt.

 

Auf dem Rückweg begegne ich Jolande und Mafalda in groß, den Püppchen der Großtante. Zwischen ihnen einzig und allein ein leeres Salz und Pfeffer oder Essig und Öl Körbchen zum Denkmal emporgehoben. Sie ebenen den Weg  zur neonbeleuchteten, pulsierenden „Döner Fleisch Bereitung“ Video-Installation. Und auch hier ist der Sound wieder hypnotisch, fast sakral, pulsierend im Atemfluß. Die Videos, teils im Zeitlupentempo abgespielt, wie in einer Beobachtungskanzlei arrangiert und doch so klein, dass das Genaue nicht so genau betrachtet werden muss. Viel rot und weiß bleibt hängen, zudem irgendwann entstehenden Doppelbild der Gesamtinstallation, zur industrialisierten Fleischverarbeitung.

 

Ich laufe nun den Flur wieder hinunter, direkt der  Videoinstallation, bei der Virons Hände einen weißen Stoffknoten binden und wie zu einer Fliege falten, in die Arme. Wieder wende ich mich und betrete die Installation: „Die Armenierin in der Küche, eine Griechin im Bett.“ Auf der Säule ein kleines goldenes Bambi bei der Mutter säugend, auf dem Boden ein riesiger Bambikopf – kopflos- und eine Leber, vielleicht. Der Raum ist purpur ausgeleuchtet.

So ist das goldene Glück am Boden doch anders zu betrachten, denke ich und wandere weiter auf den grünen Raum am Ende des Flurs zu. Ein paar Füße mit Waden dran stehen da nun, in Gold, vor einer Säule. Wie ein paar abgestellte Gummistiefel und an der Wand die Markierungsnägel, welche den Körper zu den Füßen erahnen lassen…. Neongelb beschriftet lese ich Limonu. Dahinter ein gesenkter Augenschlag in voller Tuchlänge… eine Foto-Printinstallation.

Nach all diesen Eindrücken trete ich den Rückzug an. Ich erinnere mich einen Samowar gesichtet zu haben. Noch einmal darf ich die Schuhe ablegen versinke in grünem Flauschteppich , bereite mir meinen Tee, es gibt sogar eine Anleitung, wähle mir einen Platz im grünen Salon mit den Kronleuchtern und einer Bibliotheksauswahl an Literatur rund um die Türkei und Istanbul. Kunst, Kochen, Soziologie bis Sprichwörter, für jede*n ist doch etwas dabei. Ich lasse es andächtig auf mich wirken. Geniese den Tee und freue mich, freue mich auf ein nächstes Wiederkommen.

Später lese ich die Zeitung, die eigens für diese Ausstellung gestaltet mit Texten von Viron ausgestettet im Foyer ausliegt und denke: Ja ich bin gereist, zwischen dem damals und dem jetzt. Jetzt sehe ich den Knoten auf dem Titel  wie ein geknotetes Betttuch, welches zur Flucht helfen kann. Das dazu gehörige Programm Heft enthält aufgeklappt noch eine Überraschung und von Film zu Diskussion bis DJ Abend und Essen, es steht noch einiges an, in Kooperation mit dem Pophyra Club, was zu dieser absolut empfehlenswerten Ausstellungs-Reise zu erleben ist.

„BORN IN THE PURPLE“ ist noch bis zum 27. 08. 17 im Kunstraum Kreuzberg, Bethanien  zu sehen.

Weitere infos auch unter: http://www.kunstraumkreuzberg.de/

Heartbeat

Es ist soweit, wir sind wieder im Element Feuer. Diesem Element wird in der chinesischen Medizin unser Herz, der Dünndarm, unsere Zunge -somit unser sprachlicher Ausdruck- und das sogenannte „Shen“, was übersetzt soviel wie Geist bedeutet zu geordnet. Die Farbe ist rot – Erdbeerfeuerrot!

Jetzt in diesen kurzen Nächten und dem vielen Licht wird all dies benötigt: Wir quasseln uns den Mund fusselig im wilden nächtlichen Treiben, die Herzen schlagen höher, wir flirten wie die Weltmeister*innen, und müssen unsere Geister, die wir alle so rufen, dann irgendwie in unseren Alltag einsortieren. (Das ist wieder der Job vom Dünndarm)

Ich finde, es ist eine wunderbare Zeit zu dichten, hier mein Sommerhaiku:

Die Oboe
Im Sommerabend klingt
Die Hunde bellen von der Straße her

Haiki vom Heini

So und jetzt noch eine kurze Abhandlung übers Flirten:

Flirten ist absolut zu empfehlen. Es nährt das Herz und läßt es schlagen, leicht wie ein Schmetterling. Denn die Leichtigkeit ist der Balsam des Herzen. Für alle, die in einer festen Kiste stecken, das Gefühl des Flirts sich zu erlauben ist der Jungbrunnen für jede (eingeschlafene) Beziehung. Um an dieser Stelle denn mal Osho zu zitieren: Öffne die Augen und nimm den Staub der Zeit heraus. Blicke Deine Liebsten so an wie beim ersten mal. Spiele es, versuche es und der Staub der Jahre darf ziehen.

Das Feuerelement liebt es zu spielen daher auch mein Rat nehmt das Leben wie ein Spiel, es ist eh schon schwer genug. Füttert Eure Leichtigkeit, dies ist die Qualität um Veränderungen hervor zu bringen. Lacht Euch ins Gesicht und Eurer Umwelt auch.

Lachen ist die Stimme des Herzens… 😉

Erde – Interem Phase

Die Erdezeit in der chinesischen Medizin ist zum einen eine 18 tägige Phase zwischen den anderen vier Elementen und schafft Übergänge und Zwischenräume. Diese Zeiten werden zum reinigen und stärken der Mitte genutzt. Zum anderen wird der Spätsommer als die Erdezeit angesehen. Die nächste Zwischen-Erde-Phase beginnt jetzt, Ende April und endet Mitte Mai.

Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser….!?

Ein uralter Satz, den mir mein Vater um die Ohren haute und der sicher eine Wahrheit, aber eben nur die eine Seite dieser enthält.

Vertrauen zu bilden ist eine Qualität, die dem Erde Element zugeordnet wird. Wenn wir aus unserer Mitte heraus, also mit Bauch – Verstand handeln, fühlen, leben, dann erwächst auch die Fähigkeit zu Vertrauen oder dem Leben zu trauen.

Unsere ersten Bindungsqualitäten spielen dabei eine große Rolle, das Ur-Vertrauen in eine Mutter, Nähe, Wärme, Geborgenheit, Komfortzone pur.

Wenn wir gut geerdet sind, sprich in unserer Mitte, unserem Magen ruhen, kann sich außen herum allerlei drehen ohne dass sich dieser – oder wir,  gleich mit drehen muss. Uns muss es also nicht schlecht werden und es muss uns auch nicht schlecht gehen, wenn Außen etwas mehr los ist, im Treiben der „Ups and Downs“.

In stressigen, bewegenden Zeiten ist es wichtig diese Erdung zu pflegen. Unser Vertrauen in „Das wird schon“, kann mit einem starken Bauchgefühl / Zentrum getragen werden und dann wird es nämlich auch was….meistens… wenn nicht, haut es uns aber einfach nicht aus unserer Mitte.

Ich persönlich finde Tanzen eine super Medizin um sich zu erden und insbesondere der Blues ist eine erdende Musik. Auch die „Goa Mucke“, zu der ordentlich gestampft werden kann, schafft gute Erdverbindung.

 

Als stärkendes Nahrungsmittel kann die Hirse genutzt werden.

Sie enthält sehr viel Kieselsäure und ist gekocht süß mit Obst oder salzig verwendbar.

Regelmäßiges Hirsefrühstück oder eine Hirsekur (10 Tage Hirse essen) helfen unserem Erde-Element und bringen die Zuständigen Organe Milz und Magen wieder in Schwung. Es vermindert die Lust auf Süßes und Heißhunger Attacken. Wenn Hirse erst im Topf etwas geröstet und dann gekocht wird, wirkt es Feuchtigkeit aus dem Gewebe ausleitend: Wasser Ansammlungen schwinden und auch übermäßiges Gewicht loswerden geht damit leichter.

Ein Hirsefrühstücksrezept, nach der 5 Elemente Küche zubereitet:

http://www.chisalon.de/Hirse.pdf

Wer mehr über die Wirkmechanismen von Stärkung und Erschöpfung mit ein paar Kochrezepten lesen möchte, kann hier meinen TCM Artikel zum Burnout downloaden, erschienen in der LACHESIS Nr. 44/2015

http://www.chisalon.de/Burn-Out_TCM.pdf

Das um sich Sorgen und Versorgen ist eine Erde-Qualität. Die Versorgung mit gekochter Nahrung dabei von großer Bedeutung. Denn das gekochte gibt uns viel Qi / Energie. Mit frischen Zutaten, als Abschluß beigegeben, kommen dann auch gute Vitamine hinzu.

Die fünf Elemente Küche ist eine Variante der chinesischen Elemente Lehre. Erdenahrungsmittel sind gelb, orange und brauen und schmecken süßlich.

Für Frauen und Mädchen gibt es am 6. Mai 2017 die Möglichkeit an meinem Kochkurs dazu im Heilehaus Kreuzberg teilzunehmen:

https://www.facebook.com/events/412077449155054/

 

Das Gedicht zum Erde-Element

Vor Weltgetriebe

sah ich drei Tage lang nicht

Die Kirschenblüte.

Ryote aus Haiku, jap. Dreizeiler. Reclam

Ich wünsche Euch für die kommende Erdephase Mut zur Entschleunigung und Zeit zum Geniesen der Zwischenräume im Lebensfluß 🙂

 

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Wer hat den Plan?

Pläne schmieden, Ideen entwickeln, Visionen mutig erträumen und umsetzen sind die sogenannten chinesischen Holz Element Qualitäten.

Das Holz Element ist das Element der fünf chinesischen Elemente, mit welchem ein jeder Zyklus beginnt. Im Jahreszyklus steht es für den Frühling, im Lebenszyklus für die Geburt, im Projekt-Entwicklungszyklus für die Ideen Entwicklung und Umsetzung, die Idee ins Leben zu bringen.

Auf der organischen Ebene entsprechen dem Holz Leber und Gallenblase. Die Leber plant und die Gallenblase führt aus. Wenn wir also tausend Pläne haben, aber nichts davon verwirklichen, kann dies mit einer Schwäche der Gallenblasen Energie zusammenhängen. Gestaute Gallenblasen Energie ist häufig die Folge von einer Ansammlung nicht gelebter Ideen und Träume.*

Sich die Freiheit zu nehmen Dinge zu machen, ins Leben zu rufen, ist Lebensquell für das Holz. Die Faszination an „Macher-Menschen“ begründet sich auch darauf, dass diese Personen etwas leben, was zu viele Menschen nicht selbst leben können: Etwas zu machen!

Wut ist ein anderer Aspekt des Holzes.

Wird unser Holz Temperament zu sehr begrenzt und beschnitten werden wir sauer. Sauer zieht zusammen, es entsteht ein Stau. Das Holz schafft sich Luft, in dem es ordentlich Wind macht: ein echter Wutanfall wird im „Fachchinesisch“ als Leber Qi Stau entladen bezeichnet. Übrigens die Geschmacksrichtung des Holzes in der 5 Elemente Küche ist der saure Geschmack.

Was hilft: Bewegung, Action, Holz hacken. Alles was unsere Muskeln bewegt, die Sehnen und Bänder dehnt. Rausgehen in die Luft, in den Wind und mit den Augen in die Weite blicken. Weg vom Tellerandblick um der Kurzsichtigkeit, auch auf der emotionalen Ebene, vorzubeugen. Muskeln, Sehnen, Bänder und die Augen zählen ebenfalls zum Holz Element und werden insbesondere von unserer Leber Energie versorgt. Der Wind ist der klimatische Faktor des Holzes.

Der Fasching mit seinem Gebrüll, Gepfeife und Getrommele, ursprünglich um den Winter zu verjagen, ist akustisch ein Holz Hochgenuß.

Die Farbe? Grün – frisches saftiges Frühlingsgrün.

Die Frühjahrskuren zur Leber Entschlackung und Reinigung helfen also auch  unsere Pläne – Vorratskammer aufzuräumen. Platz schaffen um Neues zu erträumen und genügend Energie zu bekommen um dies auch umzusetzen.

Tees mit Löwenzahn, Birkenblätter und Brennnessel sind da willkommen. Bewegung, insbesondere öfter mal hüpfen und springen, helfen sich von einschränkenden Bewegungsmustern zu lösen. Die Fahrbahn verlassen und sehen wohin der Wind eine/n trägt sind gute Maßnahmen die Holz Energie zu füttern. Es ist also erlaubt ein bisschen Rotkäppchen zu sein und auch die Blumen abseits des Weges suchen zu gehen.

Mein liebstes Holz und Frühlings Haiku:

Der Frühling fängt an

Und von neuem kehrt Dummheit

Auf Dummheit zurück

Issa

aus: Haiku japanische Dreizeiler, Reklam

Qi Gong Anleitung zur Leber / Holz Aktivierung:

Die aktive Holz Energie, Mittanzen ist Medizin:

Morgens von 1-3h morgens ist die Leberzeit, nach der chinesisch medizinischen Organuhr. Viele kreative Menschen nutzen diese Zeit um ihren Ideen Ausdruck zu verschaffen. Die Leber erledigt ihren organischen Job, unsere Entgiftung, in dieser Zeit am besten. Am allerbesten wenn wir schlafen, damit sich das Blut zur Reinigung in ihr sammeln kann. Zuviel Nachtaktivität schadet also unserer Leber Energie.

Meine Frühlingspläne:

Part einer Ausstellung im Bethanien zu sein: Muscel Memories

Hier werde ich am 5.April 17 eine Einführung in Kinesiologie / Muskeltest geben.

Neben der Geschichte der Kinesiologie und praktischen Übungen, ist eine kinesiologisch ausgetestete Kreative Tanz Improvisation zum ehemaligen Waschhaus des Bethanien geplant. Willkommen sind alle von 9-99, der Workshop ist kostenfrei und wird in englisch und deutsch gehalten. Bitte anmelden: bethanien1@kunstraumkreuzberg.de

*Hier ein Artikel von mir zu Gallenkoliken, erschienen in der LACHESIS Nr.43/2015

Ich wünsche einen tollen Frühlingsbeginn und freue mich Euch im Bethanien bei „Muskel Memory“ willkommen zu heißen oder aber Euch bei unserer  Kiez-Kräuter-Suche am Ostermontag rund ums Bethanien vielleicht dabei zu haben.

Licht und Dunkel

Über die Balance im Winter mit dem Wasserelement

 Ich laufe durch die verschneiten Straßen, an meiner Seite Maria unsere Nachbarin. Wir sind nochmal raus, Post weg bringen oder so… es ist Vorabend des Heiligabend. Schneeflocken tanzen um die Laternen, dahinter ist es dunkel und in der Parkanlage eines Altenwohnheim leuchtet ein Tannenbaum still vor sich hin . Wir sind ganz leise und andächtig um dieses leuchtende Etwas im Schneetreiben zu bewundern. Mein Herz hüpft und auch meine Beine, leicht, mit den Schneeflocken. Wir laufen achtsam um den Lichterbaum, unter unseren Füßen knirscht der reine, frisch gefallene Schnee. Niemand außer uns beiden scheint draußen zu sein und ich fühle mich ganz umhüllt, vom Zauber dieser Winternacht.

Diese Erlebnis liegt gute vier Jahrzehnte zurück, aber die Stimmung, die ich empfand, ist beim daran Denken auch heute sofort wieder da. Es ist wie ein kleiner Lichtschatz in meinem Herzen und gibt so allerlei an gutem Gefühl für die Winter- und nicht nur Weihnachtszeit:

Achtsam, ruhig, andächtig, still, Licht und Dunkel.

 

Sambucus nigra

Eine Pflanze, die wie ich finde, das Licht und Dunkel gut repräsentiert ist der schwarze Holunder, lat. Sambucus nigra. Im Frühling weiß und licht, im Spätsommer mit tief schwarzen Beeren, im Winter als Sirup, Saft oder Punsch wärmend und Energie geben. Die Iren heiligen den Baum und ehren ihn wie den Leib Jesus. Sein Holz wird geschützt und nicht zum Feuer machen verwendet. Schutz spendend soll er sein, vor dunklen Kräften und einen großen Bezug zum Wasser stellt er her, dort wo er wächst sind Wasseradern nicht fern.

Auf der seelischen Ebene steht der Holunderbusch für ein gutes Maß an Aktivität und Erholung und seine Essenz wird dem Nierenmeridian in der chinesischen Medizin zu geordnet. In unseren Nieren ist nach chinesischer Medizin unser „Ur-Motor“ oder chinesisch ausgedrückt unser Ursprungs-Qi enthalten. Stress und Angst, zuwenig Schlaf, Hektik und Dauerbelastung geht uns, wie der Volksmund sagt, an die Nieren. Sie sind das Organ, welches im Winter besonders Erholung, Ruhe und Regeneration benötigt und gehören zum Wasserelement. Alle blau-schwarzen und violetten Nahrungsmittel unterstützen dies, so auch farblich der Holundersaft oder auch ein violetter Rotkohlsalat mit wärmenden Gewürzen. Klassisch werden alle Fischsorten, Miso und Sojasoße, sowie viele Bohnen- und Hülsenfrüchte dem Wasserelement als stärkend zu geschrieben. Warmes, gekochtes Essen soll bevorzugt gespeist werden, Salate, wenn mit wärmenden Kräutern zubereitet werden.

Violetter Rotkohl-Radischensalat mit Zimtsesam und Orange

nach der 5 Elemente Küche: E=Erde, M=Metall, W=Wasser, H=Holz, F= Feuer

für 3 Personen, als Beilage oder Snack

1/2 kleinen Rotkohlkopf, eine Orange, Sesam, Olivenöl, Chilli, Kurkuma, Kumin, 4 Radieschen, Salz, Apfelessig

Zubereitung

(E) 3 Eßl Olivenöl,

(M) 1/4tel geriebene Chili (oder mehr je nach Belieben),

(M) eine Messerspitze Kumin dazu,

(M) Radischen fein geschnitten

(W) Salz,

(H)Apfelessig 2-3 Eßlöffel,

(W) den fein geschnittenen rohen Rotkohl und

(H) die Orange in Stückchen schneiden dazu.

(F) Pfanne erhitzen,

(E) Sesam darin rösten.

(E)Am Ende eine Brise Zimt und

(F) eine Brise Kumin und

(W) etwas Salz an den Sesam geben.

Den gerösteten Gewürzsesam über den Salat streuen.

Dazu passt Natureis mit etwas wildem rotem Reis oder ein helles Reisbrot.

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Die chinesische fünf Elemente Küche orientiert sich in erster Linie am Geschmack, aber auch an den Farben der Nahrungsmittel. Die fünf Geschmäcker sind: Süß, scharf, salzig, sauer und bitter. Die Farben: Gelb-orange, Weiß-grau-silber, Schwarz-blau-lila, Grün und Rot.

Im Mai 2017 gebe ich wieder einen Kochkurs zu den 5 Elementen (für Frauen) in Berlin. Der Kurs ist auch buchbar und wurde z.B. schon an kochinteressierte Jugendliche als Geburtstagsgeschenk verschenkt oder kann als Teamevent, zur Gesundheitspräventionsmaßnahme gebucht werden.

Mehr Infos zum Kurs hier:

Kursprogramm Chisalon 2017

Ein Winter-Haiku zum Meditieren oder Tanzen

So hin und wieder

Sich den Wacholder anschauen

In Winterruhe

 Basho

Quelle: Ulenbrook, Jan: Haiku, Japanische Dreizeiler. Reclam 2004

Asiatische Musik Empfehlung für kreativen Tanz-Liebende oder einfach zum relaxen:  Musik zum Wasserelement

Tee- Empfehlung: Wachholder-Ingwer Tee, wärmt und reinigt die Nieren.

Ich wünsche Euch

erholsame regenerative Zeit, gemütliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Heike

Copyright Foto, Heike Brunner

Metall Luft Atmen

Ich atme also bin ich

Ich fliege also bin ich

Wir sind jetzt  im chinesichen Element Metall angekommen.

Unsere Urbewegung :

Einatmen, der Zukunft entgegen,

Ausatmen, die Vegangenheit los lassen.

Ich hebe die Arme, atme ein:

Fliege durch die Nebel des Herbst.

Ich senke die Arme, atme aus:

Die Vergangenheit, auch wennn es schwer fällt…los lassen.

Trauer und Abschied, vom saftigen Leben des Sommers.

Fallende Blätter, die Depressionen auslösen können………

BE A BIRD

Luft anhalten ist der Stillstand.

Atem ist das Leben, welches sich noch ein paar Millionen Jahre weiter drehen wird………..

so go on fly and breath

Dance :

Open the arms and your mouth, breath in.

Close them and breath out.

Make the sound of the sea with your breathing!

Fly through all and where ever you want, look from bird perspectives, enjoy……….

It“s a dancing meditation!

2015-09-29-13-56-42

swans bevor starting……..