Heartbeat

Es ist soweit, wir sind wieder im Element Feuer. Diesem Element wird in der chinesischen Medizin unser Herz, der Dünndarm, unsere Zunge -somit unser sprachlicher Ausdruck- und das sogenannte „Shen“, was übersetzt soviel wie Geist bedeutet zu geordnet. Die Farbe ist rot – Erdbeerfeuerrot!

Jetzt in diesen kurzen Nächten und dem vielen Licht wird all dies benötigt: Wir quasseln uns den Mund fusselig im wilden nächtlichen Treiben, die Herzen schlagen höher, wir flirten wie die Weltmeister*innen, und müssen unsere Geister, die wir alle so rufen, dann irgendwie in unseren Alltag einsortieren. (Das ist wieder der Job vom Dünndarm)

Ich finde, es ist eine wunderbare Zeit zu dichten, hier mein Sommerhaiku:

Die Oboe
Im Sommerabend klingt
Die Hunde bellen von der Straße her

Haiki vom Heini

So und jetzt noch eine kurze Abhandlung übers Flirten:

Flirten ist absolut zu empfehlen. Es nährt das Herz und läßt es schlagen, leicht wie ein Schmetterling. Denn die Leichtigkeit ist der Balsam des Herzen. Für alle, die in einer festen Kiste stecken, das Gefühl des Flirts sich zu erlauben ist der Jungbrunnen für jede (eingeschlafene) Beziehung. Um an dieser Stelle denn mal Osho zu zitieren: Öffne die Augen und nimm den Staub der Zeit heraus. Blicke Deine Liebsten so an wie beim ersten mal. Spiele es, versuche es und der Staub der Jahre darf ziehen.

Das Feuerelement liebt es zu spielen daher auch mein Rat nehmt das Leben wie ein Spiel, es ist eh schon schwer genug. Füttert Eure Leichtigkeit, dies ist die Qualität um Veränderungen hervor zu bringen. Lacht Euch ins Gesicht und Eurer Umwelt auch.

Lachen ist die Stimme des Herzens… 😉

Erde – Interem Phase

Die Erdezeit in der chinesischen Medizin ist zum einen eine 18 tägige Phase zwischen den anderen vier Elementen und schafft Übergänge und Zwischenräume. Diese Zeiten werden zum reinigen und stärken der Mitte genutzt. Zum anderen wird der Spätsommer als die Erdezeit angesehen. Die nächste Zwischen-Erde-Phase beginnt jetzt, Ende April und endet Mitte Mai.

Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser….!?

Ein uralter Satz, den mir mein Vater um die Ohren haute und der sicher eine Wahrheit, aber eben nur die eine Seite dieser enthält.

Vertrauen zu bilden ist eine Qualität, die dem Erde Element zugeordnet wird. Wenn wir aus unserer Mitte heraus, also mit Bauch – Verstand handeln, fühlen, leben, dann erwächst auch die Fähigkeit zu Vertrauen oder dem Leben zu trauen.

Unsere ersten Bindungsqualitäten spielen dabei eine große Rolle, das Ur-Vertrauen in eine Mutter, Nähe, Wärme, Geborgenheit, Komfortzone pur.

Wenn wir gut geerdet sind, sprich in unserer Mitte, unserem Magen ruhen, kann sich außen herum allerlei drehen ohne dass sich dieser – oder wir,  gleich mit drehen muss. Uns muss es also nicht schlecht werden und es muss uns auch nicht schlecht gehen, wenn Außen etwas mehr los ist, im Treiben der „Ups and Downs“.

In stressigen, bewegenden Zeiten ist es wichtig diese Erdung zu pflegen. Unser Vertrauen in „Das wird schon“, kann mit einem starken Bauchgefühl / Zentrum getragen werden und dann wird es nämlich auch was….meistens… wenn nicht, haut es uns aber einfach nicht aus unserer Mitte.

Ich persönlich finde Tanzen eine super Medizin um sich zu erden und insbesondere der Blues ist eine erdende Musik. Auch die „Goa Mucke“, zu der ordentlich gestampft werden kann, schafft gute Erdverbindung.

 

Als stärkendes Nahrungsmittel kann die Hirse genutzt werden.

Sie enthält sehr viel Kieselsäure und ist gekocht süß mit Obst oder salzig verwendbar.

Regelmäßiges Hirsefrühstück oder eine Hirsekur (10 Tage Hirse essen) helfen unserem Erde-Element und bringen die Zuständigen Organe Milz und Magen wieder in Schwung. Es vermindert die Lust auf Süßes und Heißhunger Attacken. Wenn Hirse erst im Topf etwas geröstet und dann gekocht wird, wirkt es Feuchtigkeit aus dem Gewebe ausleitend: Wasser Ansammlungen schwinden und auch übermäßiges Gewicht loswerden geht damit leichter.

Ein Hirsefrühstücksrezept, nach der 5 Elemente Küche zubereitet:

http://www.chisalon.de/Hirse.pdf

Wer mehr über die Wirkmechanismen von Stärkung und Erschöpfung mit ein paar Kochrezepten lesen möchte, kann hier meinen TCM Artikel zum Burnout downloaden, erschienen in der LACHESIS Nr. 44/2015

http://www.chisalon.de/Burn-Out_TCM.pdf

Das um sich Sorgen und Versorgen ist eine Erde-Qualität. Die Versorgung mit gekochter Nahrung dabei von großer Bedeutung. Denn das gekochte gibt uns viel Qi / Energie. Mit frischen Zutaten, als Abschluß beigegeben, kommen dann auch gute Vitamine hinzu.

Die fünf Elemente Küche ist eine Variante der chinesischen Elemente Lehre. Erdenahrungsmittel sind gelb, orange und brauen und schmecken süßlich.

Für Frauen und Mädchen gibt es am 6. Mai 2017 die Möglichkeit an meinem Kochkurs dazu im Heilehaus Kreuzberg teilzunehmen:

https://www.facebook.com/events/412077449155054/

 

Das Gedicht zum Erde-Element

Vor Weltgetriebe

sah ich drei Tage lang nicht

Die Kirschenblüte.

Ryote aus Haiku, jap. Dreizeiler. Reclam

Ich wünsche Euch für die kommende Erdephase Mut zur Entschleunigung und Zeit zum Geniesen der Zwischenräume im Lebensfluß 🙂

 

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Wer hat den Plan?

Pläne schmieden, Ideen entwickeln, Visionen mutig erträumen und umsetzen sind die sogenannten chinesischen Holz Element Qualitäten.

Das Holz Element ist das Element der fünf chinesischen Elemente, mit welchem ein jeder Zyklus beginnt. Im Jahreszyklus steht es für den Frühling, im Lebenszyklus für die Geburt, im Projekt-Entwicklungszyklus für die Ideen Entwicklung und Umsetzung, die Idee ins Leben zu bringen.

Auf der organischen Ebene entsprechen dem Holz Leber und Gallenblase. Die Leber plant und die Gallenblase führt aus. Wenn wir also tausend Pläne haben, aber nichts davon verwirklichen, kann dies mit einer Schwäche der Gallenblasen Energie zusammenhängen. Gestaute Gallenblasen Energie ist häufig die Folge von einer Ansammlung nicht gelebter Ideen und Träume.*

Sich die Freiheit zu nehmen Dinge zu machen, ins Leben zu rufen, ist Lebensquell für das Holz. Die Faszination an „Macher-Menschen“ begründet sich auch darauf, dass diese Personen etwas leben, was zu viele Menschen nicht selbst leben können: Etwas zu machen!

Wut ist ein anderer Aspekt des Holzes.

Wird unser Holz Temperament zu sehr begrenzt und beschnitten werden wir sauer. Sauer zieht zusammen, es entsteht ein Stau. Das Holz schafft sich Luft, in dem es ordentlich Wind macht: ein echter Wutanfall wird im „Fachchinesisch“ als Leber Qi Stau entladen bezeichnet. Übrigens die Geschmacksrichtung des Holzes in der 5 Elemente Küche ist der saure Geschmack.

Was hilft: Bewegung, Action, Holz hacken. Alles was unsere Muskeln bewegt, die Sehnen und Bänder dehnt. Rausgehen in die Luft, in den Wind und mit den Augen in die Weite blicken. Weg vom Tellerandblick um der Kurzsichtigkeit, auch auf der emotionalen Ebene, vorzubeugen. Muskeln, Sehnen, Bänder und die Augen zählen ebenfalls zum Holz Element und werden insbesondere von unserer Leber Energie versorgt. Der Wind ist der klimatische Faktor des Holzes.

Der Fasching mit seinem Gebrüll, Gepfeife und Getrommele, ursprünglich um den Winter zu verjagen, ist akustisch ein Holz Hochgenuß.

Die Farbe? Grün – frisches saftiges Frühlingsgrün.

Die Frühjahrskuren zur Leber Entschlackung und Reinigung helfen also auch  unsere Pläne – Vorratskammer aufzuräumen. Platz schaffen um Neues zu erträumen und genügend Energie zu bekommen um dies auch umzusetzen.

Tees mit Löwenzahn, Birkenblätter und Brennnessel sind da willkommen. Bewegung, insbesondere öfter mal hüpfen und springen, helfen sich von einschränkenden Bewegungsmustern zu lösen. Die Fahrbahn verlassen und sehen wohin der Wind eine/n trägt sind gute Maßnahmen die Holz Energie zu füttern. Es ist also erlaubt ein bisschen Rotkäppchen zu sein und auch die Blumen abseits des Weges suchen zu gehen.

Mein liebstes Holz und Frühlings Haiku:

Der Frühling fängt an

Und von neuem kehrt Dummheit

Auf Dummheit zurück

Issa

aus: Haiku japanische Dreizeiler, Reklam

Qi Gong Anleitung zur Leber / Holz Aktivierung:

Die aktive Holz Energie, Mittanzen ist Medizin:

Morgens von 1-3h morgens ist die Leberzeit, nach der chinesisch medizinischen Organuhr. Viele kreative Menschen nutzen diese Zeit um ihren Ideen Ausdruck zu verschaffen. Die Leber erledigt ihren organischen Job, unsere Entgiftung, in dieser Zeit am besten. Am allerbesten wenn wir schlafen, damit sich das Blut zur Reinigung in ihr sammeln kann. Zuviel Nachtaktivität schadet also unserer Leber Energie.

Meine Frühlingspläne:

Part einer Ausstellung im Bethanien zu sein: Muscel Memories

Hier werde ich am 5.April 17 eine Einführung in Kinesiologie / Muskeltest geben.

Neben der Geschichte der Kinesiologie und praktischen Übungen, ist eine kinesiologisch ausgetestete Kreative Tanz Improvisation zum ehemaligen Waschhaus des Bethanien geplant. Willkommen sind alle von 9-99, der Workshop ist kostenfrei und wird in englisch und deutsch gehalten. Bitte anmelden: bethanien1@kunstraumkreuzberg.de

*Hier ein Artikel von mir zu Gallenkoliken, erschienen in der LACHESIS Nr.43/2015

Ich wünsche einen tollen Frühlingsbeginn und freue mich Euch im Bethanien bei „Muskel Memory“ willkommen zu heißen oder aber Euch bei unserer  Kiez-Kräuter-Suche am Ostermontag rund ums Bethanien vielleicht dabei zu haben.

Licht und Dunkel

Über die Balance im Winter mit dem Wasserelement

 Ich laufe durch die verschneiten Straßen, an meiner Seite Maria unsere Nachbarin. Wir sind nochmal raus, Post weg bringen oder so… es ist Vorabend des Heiligabend. Schneeflocken tanzen um die Laternen, dahinter ist es dunkel und in der Parkanlage eines Altenwohnheim leuchtet ein Tannenbaum still vor sich hin . Wir sind ganz leise und andächtig um dieses leuchtende Etwas im Schneetreiben zu bewundern. Mein Herz hüpft und auch meine Beine, leicht, mit den Schneeflocken. Wir laufen achtsam um den Lichterbaum, unter unseren Füßen knirscht der reine, frisch gefallene Schnee. Niemand außer uns beiden scheint draußen zu sein und ich fühle mich ganz umhüllt, vom Zauber dieser Winternacht.

Diese Erlebnis liegt gute vier Jahrzehnte zurück, aber die Stimmung, die ich empfand, ist beim daran Denken auch heute sofort wieder da. Es ist wie ein kleiner Lichtschatz in meinem Herzen und gibt so allerlei an gutem Gefühl für die Winter- und nicht nur Weihnachtszeit:

Achtsam, ruhig, andächtig, still, Licht und Dunkel.

 

Sambucus nigra

Eine Pflanze, die wie ich finde, das Licht und Dunkel gut repräsentiert ist der schwarze Holunder, lat. Sambucus nigra. Im Frühling weiß und licht, im Spätsommer mit tief schwarzen Beeren, im Winter als Sirup, Saft oder Punsch wärmend und Energie geben. Die Iren heiligen den Baum und ehren ihn wie den Leib Jesus. Sein Holz wird geschützt und nicht zum Feuer machen verwendet. Schutz spendend soll er sein, vor dunklen Kräften und einen großen Bezug zum Wasser stellt er her, dort wo er wächst sind Wasseradern nicht fern.

Auf der seelischen Ebene steht der Holunderbusch für ein gutes Maß an Aktivität und Erholung und seine Essenz wird dem Nierenmeridian in der chinesischen Medizin zu geordnet. In unseren Nieren ist nach chinesischer Medizin unser „Ur-Motor“ oder chinesisch ausgedrückt unser Ursprungs-Qi enthalten. Stress und Angst, zuwenig Schlaf, Hektik und Dauerbelastung geht uns, wie der Volksmund sagt, an die Nieren. Sie sind das Organ, welches im Winter besonders Erholung, Ruhe und Regeneration benötigt und gehören zum Wasserelement. Alle blau-schwarzen und violetten Nahrungsmittel unterstützen dies, so auch farblich der Holundersaft oder auch ein violetter Rotkohlsalat mit wärmenden Gewürzen. Klassisch werden alle Fischsorten, Miso und Sojasoße, sowie viele Bohnen- und Hülsenfrüchte dem Wasserelement als stärkend zu geschrieben. Warmes, gekochtes Essen soll bevorzugt gespeist werden, Salate, wenn mit wärmenden Kräutern zubereitet werden.

Violetter Rotkohl-Radischensalat mit Zimtsesam und Orange

nach der 5 Elemente Küche: E=Erde, M=Metall, W=Wasser, H=Holz, F= Feuer

für 3 Personen, als Beilage oder Snack

1/2 kleinen Rotkohlkopf, eine Orange, Sesam, Olivenöl, Chilli, Kurkuma, Kumin, 4 Radieschen, Salz, Apfelessig

Zubereitung

(E) 3 Eßl Olivenöl,

(M) 1/4tel geriebene Chili (oder mehr je nach Belieben),

(M) eine Messerspitze Kumin dazu,

(M) Radischen fein geschnitten

(W) Salz,

(H)Apfelessig 2-3 Eßlöffel,

(W) den fein geschnittenen rohen Rotkohl und

(H) die Orange in Stückchen schneiden dazu.

(F) Pfanne erhitzen,

(E) Sesam darin rösten.

(E)Am Ende eine Brise Zimt und

(F) eine Brise Kumin und

(W) etwas Salz an den Sesam geben.

Den gerösteten Gewürzsesam über den Salat streuen.

Dazu passt Natureis mit etwas wildem rotem Reis oder ein helles Reisbrot.

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Die chinesische fünf Elemente Küche orientiert sich in erster Linie am Geschmack, aber auch an den Farben der Nahrungsmittel. Die fünf Geschmäcker sind: Süß, scharf, salzig, sauer und bitter. Die Farben: Gelb-orange, Weiß-grau-silber, Schwarz-blau-lila, Grün und Rot.

Im Mai 2017 gebe ich wieder einen Kochkurs zu den 5 Elementen (für Frauen) in Berlin. Der Kurs ist auch buchbar und wurde z.B. schon an kochinteressierte Jugendliche als Geburtstagsgeschenk verschenkt oder kann als Teamevent, zur Gesundheitspräventionsmaßnahme gebucht werden.

Mehr Infos zum Kurs hier:

Kursprogramm Chisalon 2017

Ein Winter-Haiku zum Meditieren oder Tanzen

So hin und wieder

Sich den Wacholder anschauen

In Winterruhe

 Basho

Quelle: Ulenbrook, Jan: Haiku, Japanische Dreizeiler. Reclam 2004

Asiatische Musik Empfehlung für kreativen Tanz-Liebende oder einfach zum relaxen:  Musik zum Wasserelement

Tee- Empfehlung: Wachholder-Ingwer Tee, wärmt und reinigt die Nieren.

Ich wünsche Euch

erholsame regenerative Zeit, gemütliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Heike

Copyright Foto, Heike Brunner

Metall Luft Atmen

Ich atme also bin ich

Ich fliege also bin ich

Wir sind jetzt  im chinesichen Element Metall angekommen.

Unsere Urbewegung :

Einatmen, der Zukunft entgegen,

Ausatmen, die Vegangenheit los lassen.

Ich hebe die Arme, atme ein:

Fliege durch die Nebel des Herbst.

Ich senke die Arme, atme aus:

Die Vergangenheit, auch wennn es schwer fällt…los lassen.

Trauer und Abschied, vom saftigen Leben des Sommers.

Fallende Blätter, die Depressionen auslösen können………

BE A BIRD

Luft anhalten ist der Stillstand.

Atem ist das Leben, welches sich noch ein paar Millionen Jahre weiter drehen wird………..

so go on fly and breath

Dance :

Open the arms and your mouth, breath in.

Close them and breath out.

Make the sound of the sea with your breathing!

Fly through all and where ever you want, look from bird perspectives, enjoy……….

It“s a dancing meditation!

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swans bevor starting……..

Cage Birds

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Himmelspiegel

Vom Glücksbringer, der auf die Bühne auszog.

-Cage Birds-

Ein Interview mit dem holländischen Regisseur und Choreografen

Arthur Kuggeleyn.

November 2016 anlässlich der Show

Jin Xing Dance Theatre: Trinity

Hamburg Kampnagel

Das Jin Xing Dance Theater war am 8. und 9. November 2016 erstmals mit der Show Trinity zu Gast in Deutschland. Trinity, eine dreiteilige Show, wird eröffnet mit einem Stück von Frau Jin Xing, der Künstlerischen Leiterin der Company und Choreografin, es folgt eine Arbeit des israelischen Choreografen Emanuel Gat und entwickelt seinen finalen Höhepunkt mit Cage Birds von Arthur Kuggeleyn als Choreograf.

Arthur Kuggeleyn erlebte ich in seiner frühen Schaffensphase als Regisseur in den End 80ern und Anfang 90ern mit dem R.A.M.M. Theater. Dieses Theater Ensemble war der spanischen Truppe “la Fura dels baus” art- und kunstverwant und hatte aber eine ganz eigene Note, eben die von Herrn Kuggeleyn. Die Wahl der Schauplätze, der Themen, extreme Darstellungen, die die Zuschauer häufig involvierten, bis strapazierten und sicherlich geprägt von Antonin Artaudschen Theaterphilosophien und einer Portion Punk, waren Inhalte und Showprogramm. Seine weitere Entwicklung als Regisseur und Choreograf, nach Berlin und Schloss Bröllin in Mecklenburg Vorpommern,  nahm einen spannenden Verlauf und so  bat ich ihn um ein Interview anlässlich der Deutschland Premiere von Cage Birds und meiner Ausbildung zur Journalistin. Per Facebook bereiteten wir es gemeinsam vor und ergänzten es “live” am zweiten Tag der Vorführung im verschneiten Hamburg.

Das Interview:

Arthur, ich habe dich als jemanden erlebt, der gesellschaftliche Themen in ausdrucksstarken  bewegten Bildern mit dem R.A.M.M. Theater in den 80ern und 90ern inszeniert hat. Eines deiner Stücke war dort “APIS”, eine Art Tanzstück, welches die Bewegungsqualität der Bienen aufgriff und auf die Menschen übertrug. Auch bei dem Theaterstück “Bestia Pigra” waren die Bewegungsqualitäten der Löwen zu beobachten und in der Choreografie die Schauspieler als domptierte Löwen zu sehen.

Ist Cage Birds für dich eine Art erweiterte Studie der Synchronizität des Vogelfluges übertragen auf das menschliche Dasein?

Das was du meinst heisst in der Fachsprache: Schwarmverhalten. Ja, das war zum Teil die Inspiration. Aber das Stück bezieht sich eigentlich auf die Vögel die im Käfig leben. Die sind in Asien weit verbreitet als Glücksbringer.

Ich habe das in erste Linie als ein Synonym gebraucht, am Anfang sind alle im Käfig, nachdem  das realisiert wird kämpfen sie sich raus und dann sind sie frei, aber wissen nicht was tun, weil sie nicht gelernt haben in „Freiheit“ zu leben.

Wie lange arbeitest du inzwischen als Choreograf in China?

In 2007 war ich mit zwei  Stücken von Jin Xing nach Beijing und Shanghai eingeladen.

Yin Xing und ihre Company hatten in 2006 „Kopflos“ von mir in der Schweiz gesehen und waren sehr begeistert von meinen Stil. Cage Birds habe ich dann in 2013 gemacht und es wird seitdem mit viel Erfolg weltweit aufgeführt. Jetzt planen wir für nächstes Jahr ein abendfüllendes Stück (70 Min.) für die ganze Company.

Was sind für dich die entscheidenden Unterschiede in der Arbeit dort im Vergleich zu deiner Arbeit in Europa?

Unabhängig von der schwierigen Kommunikation ist es hauptsächlich die andere Mentalität. Die chinesischen Tänzer haben es nicht gelernt zu improvisieren, dafür arbeiten sie sehr hart und studieren die Sachen bis zur Perfektion ein.

Wirkt sich diese auf deine künstlerische Inspiration aus?

Ja, ich werde sehr beeinflusst von dem Wo und mit Wem ich etwas mache: Ob ich im Kosovo, in der Schweiz oder in China arbeite überall sind unterschiedliche gesellschaftliche und moralische Barrieren zu überwinden und auch sind die verschiedenen landestypischen Schwerpunkte in den Themen sehr wichtig.

Der Titel „Cage Birds“ wirkt auf mich in einem Land wie China wie eine gesellschaftliche Kritik?

Ja, ist es….wobei Kritik wieder ein westliche Leidenschaft ist. Ich versuche durch abstrakte emotionale Bilder und Bewegungen etwas im Herzen der Zuschauer zu aktivieren. Das nenne ich eigentlich eher eine Bewusstmachung als eine Kritik.

Wird deine Arbeit dort als Kritik empfunden oder empfinden die Europäer dies mehr als solche?

Das weiss ich nicht. Wichtig für mich ist das dieses Stück es schafft z.b. die Chinesen zu berühren. Und damit auch für etwas zu sensibilisieren was in unserer schnellen Konsumgesellschaft droht unterzugehen.

Bei den Bewegungsstudien zu Cage Birds hat dich was am meisten künstlerisch beeinflusst?

Eben Schwarmverhalten, Vogel im Käfig, Vogel auf Elektroleitungen.

Noch eine Frage zu der tranceartig wirkenden Musik: Wie entsteht diese, komponierst du sie selbst?

Ich arbeite immer mit einem Musiker zusammen. Dem erkläre ich erstmals meine Idee und vor allem welche Wirkung ich haben will. Er macht dann  Beat- und Sound-Vorschläge und so tasten wir uns dann langsam vor. Dann legen wir erstmals das Grundtempo fest und bestimmen die Grundstimmung. Der Rest entsteht.

Planst du weitere Stücke, in China ?

Ja.

Weitere  Infos zu Yin Xing + Company:

Das YIN XING Dance Theater ist die einzige private Tanzcompany in China, die zudem  den persönlichen Namen der Eigentümerin tragen darf. Jin Xing zählt als TV Show Moderatorin zu einer der aktuell bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten in China. Als Junge geboren ließ sie sich, mit 28 Jahren, in den Körper umwandeln, in dem sie sich besser zu Hause fühlte. Zudem war sie die erste Frau, die nach einer geschlechtsumwandelnden OP staatlich anerkannt als Frau gilt und das OP legal machen durfte. Vom besten „Militärtänzer“ Chinas, wie es in einer Reportage heisst,  zur berühmtesten Ballerina finanziert sie nun, mit den Einnahmen Ihrer Fernsehshows, die Tanz Company. Yin Xing, deren Name übersetzt: „Gold Star“ oder auch „Venus“ bedeutet und für Männer wie Frauen verwendet wird, ist stark daran interessiert und bestrebt den Tanz in China zu modernisieren. Neben der Company in Shanghai plant sie weitere moderne Ableger im Land und arbeitet dort mit internationelen Choreografen zusammen.

Einen ganz herzlichen Dank an Arthur Kuggeleyn und Heinz Gerd Oidtmann, dem Ehemann von Jin Xing für die Infos und Gespräche, sowie an Birgit Diermann, die mich so Klasse an dem Abend begleitet hat und mein nächstes Projekt ist  auch schon in Planung: Ein Bericht über die Meierei Horst bei Hamburg…

weitere links:

http://www.arthurkuggeleyn.com/HOME.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Jin_Xing

Was der Dünndarm mit dem Sommer zu tun hat!

Es ist ziemlich warm, sogar noch jetzt Anfang September. Die Feuer- und Sommerzeit neigt sich dem Ende zu und das geschäftige Regen beginnt auf allen Ebenen, wie das Erwachen aus einem Mittagsschlaf, zumindest sollte es das….

Die Ferien, in Berlin, sind dem Ende nahe und das Leben wird durchsortiert, startklar gemacht. Besonders im Haushalt: Was ist kaputt, was kann weg, was wird benötigt,was kann wie weiter verarbeitet werden? Manchmal staut sich da etwas, der Termin bei der BSR steht und alle freuen sich auf die, hoffentlich danach, schön sortierten Kellerregale und leergefegten Zimmernischen.

Unser Dünndarm übernimmt den gleichen Job, das Sortieren, nur in uns.

Er muß abwägen was noch zur Weiterverarbeitung gebraucht wird, zersetzt und zerlegt die wichtigen Stoffe und stellt sie neugeordnet dem Gesamtsystem wieder zur Verfügung oder leitet sie, wenn kein Bedarf ist,  an den Dickdarm zur endgültigen Resteverwertung weiter. Wenn wir einen gut funktionierenden Dünndarm haben, können wir auch in unserer Umgebung besser sortieren und Ordnung halten, so sieht es die traditionelle chinesische Medizin:

Innen wie außen.

Der Dünndarm ist dem Feuerelement zu geordnet und hat dadurch seine Organoptimalzeit im Sommer. Vielleicht ist er jetzt auch so aktiv, weil wir in dieser Jahreszeit leichteres Essen bevorzugen und dann die Verdauung  nicht so ganz träge wird. Er gilt als das „Feuerlement-Geschwisterorgan“ zum Herzen. Er ist das Yang Organ, das Herz das Yin Organ. Somit ist er der aktivere, sprich: Ist alles schön sortiert, kann sich das Herz daran erfreuen.

Wenn wir also gerade nicht wissen wo oben und unten ist, können wir uns helfen in dem wir den Dünndarm stärken:

Zunächst mit Bitterstoffen,  wie Chicoree, das mag auch der Magen und die Leber.  Mineralstoffreiche Pflanzen wie Weizenkeimgras, Spirulina oder Aloe und Samen, wie Leinsamen, mit Heilerde, wenig Zucker, wenig weißes Weizenmehl, wenig Kuhmilch, besser Ziegen- oder Hafermilch und Kräutern wie Kurkuma.

Hafer entspricht in der 5 Elemente Küche dem Feuer. Morgens einen gekochten Porridge essen stärkt den Dünndarm, gerne auch mit Kurkuma! Kalt gegessenes Müsli schwächt eher den Darm, denn aus chinesischer Sicht verdaut sich Warmes nun mal deutlich besser wie Kaltes.

Der zum Dünndarm dazugehörige Merdian, die Energiebahn in der die Lebensenergie Chi fließt, startet an den Händen, außen am kleinen Finger neben dem Nagelfalz und endet vor der Ohrmuschel. Er zieht wie im Zickzack über das Schulterblatt und viele Triggerpunkte für klassische Verspannungen liegen auf ihm. Wenn wir uns zuviel „aufschultern“ und nicht gut vorsortiert haben, setzen sich dort die Verspannungen gerne fest.

Ein toller Trick die Spannungen abzubauen ist, einen Akupressurpunkt an der Handaußenkante zu zupfen oder die Handkanten  auf diesen Punkt „aneinander“ zu klopfen. Wenn die Hand zur Faust gemacht wird, steht unter dem kleinen Finger eine Falte nach außen, wie zu einem kleinen Berg hervor. Diesen Berg behandelt ihr. Es handelt sich um den sogenannten Dünndarm Akupressurpunkt Nr 3, dem „großen Schulter-Öffner“.

Achtet beim Klopfen darauf nicht die Luft anzuhalten und die Schultern immer weiter fallen zu lassen, sie gehören nämlich eigentlich nicht neben Eure Ohren!

Bei Traumabehandlungen hat es sich gezeigt, dass dieser Punkt geklopft emotional stark stabilisierend wirkt.

Klopfen könnt Ihr ihn im Dreier Rhythmus am besten drei, dreißig oder neunzig mal, bis zu dreimal täglich, drei Tage für akut, drei Wochen für schon längere Probleme und drei Monate um starkes Ungleichgewicht zu behandeln.

Die Übung gilt nur als Anregung , bei chronischen Krankheiten ist es empfehlenswert sich z.B. in eine TCM Behandlung mit Kinesiologie zu begeben, dort kann genauer ermittelt werden, welche Punkte, in welchem Zeitraum, um welche Uhrzeit, wie behandelt werden sollen.

So gibt es eine Organuhr in der chinesischen Medizin. Anhand dieser entscheiden die TherapeutInnen wann die optimale Stärkung geschehen kann. Dünndarm und Herzen wird die Mittagszeit zugeordnet. Ein kleines Schläfchen zur Mittagshitze trägt also  dem Wohlbefinden unserer Feuerorgane bei, es lebe die Siesta! Hinterher sortiert es sich bestimmt viel besser.

Damit wäre ich am Ende mit dem Beitrag zum Dünndarm, ich klopf dann mal die Handkanten und sortiere weiter im warmen Sommerabend…