Cage Birds

2016-10-15-08-56-28
Himmelspiegel

Vom Glücksbringer, der auf die Bühne auszog.

-Cage Birds-

Ein Interview mit dem holländischen Regisseur und Choreografen

Arthur Kuggeleyn.

November 2016 anlässlich der Show

Jin Xing Dance Theatre: Trinity

Hamburg Kampnagel

Das Jin Xing Dance Theater war am 8. und 9. November 2016 erstmals mit der Show Trinity zu Gast in Deutschland. Trinity, eine dreiteilige Show, wird eröffnet mit einem Stück von Frau Jin Xing, der Künstlerischen Leiterin der Company und Choreografin, es folgt eine Arbeit des israelischen Choreografen Emanuel Gat und entwickelt seinen finalen Höhepunkt mit Cage Birds von Arthur Kuggeleyn als Choreograf.

Arthur Kuggeleyn erlebte ich in seiner frühen Schaffensphase als Regisseur in den End 80ern und Anfang 90ern mit dem R.A.M.M. Theater. Dieses Theater Ensemble war der spanischen Truppe “la Fura dels baus” art- und kunstverwant und hatte aber eine ganz eigene Note, eben die von Herrn Kuggeleyn. Die Wahl der Schauplätze, der Themen, extreme Darstellungen, die die Zuschauer häufig involvierten, bis strapazierten und sicherlich geprägt von Antonin Artaudschen Theaterphilosophien und einer Portion Punk, waren Inhalte und Showprogramm. Seine weitere Entwicklung als Regisseur und Choreograf, nach Berlin und Schloss Bröllin in Mecklenburg Vorpommern,  nahm einen spannenden Verlauf und so  bat ich ihn um ein Interview anlässlich der Deutschland Premiere von Cage Birds und meiner Ausbildung zur Journalistin. Per Facebook bereiteten wir es gemeinsam vor und ergänzten es “live” am zweiten Tag der Vorführung im verschneiten Hamburg.

Das Interview:

Arthur, ich habe dich als jemanden erlebt, der gesellschaftliche Themen in ausdrucksstarken  bewegten Bildern mit dem R.A.M.M. Theater in den 80ern und 90ern inszeniert hat. Eines deiner Stücke war dort “APIS”, eine Art Tanzstück, welches die Bewegungsqualität der Bienen aufgriff und auf die Menschen übertrug. Auch bei dem Theaterstück “Bestia Pigra” waren die Bewegungsqualitäten der Löwen zu beobachten und in der Choreografie die Schauspieler als domptierte Löwen zu sehen.

Ist Cage Birds für dich eine Art erweiterte Studie der Synchronizität des Vogelfluges übertragen auf das menschliche Dasein?

Das was du meinst heisst in der Fachsprache: Schwarmverhalten. Ja, das war zum Teil die Inspiration. Aber das Stück bezieht sich eigentlich auf die Vögel die im Käfig leben. Die sind in Asien weit verbreitet als Glücksbringer.

Ich habe das in erste Linie als ein Synonym gebraucht, am Anfang sind alle im Käfig, nachdem  das realisiert wird kämpfen sie sich raus und dann sind sie frei, aber wissen nicht was tun, weil sie nicht gelernt haben in „Freiheit“ zu leben.

Wie lange arbeitest du inzwischen als Choreograf in China?

In 2007 war ich mit zwei  Stücken von Jin Xing nach Beijing und Shanghai eingeladen.

Yin Xing und ihre Company hatten in 2006 „Kopflos“ von mir in der Schweiz gesehen und waren sehr begeistert von meinen Stil. Cage Birds habe ich dann in 2013 gemacht und es wird seitdem mit viel Erfolg weltweit aufgeführt. Jetzt planen wir für nächstes Jahr ein abendfüllendes Stück (70 Min.) für die ganze Company.

Was sind für dich die entscheidenden Unterschiede in der Arbeit dort im Vergleich zu deiner Arbeit in Europa?

Unabhängig von der schwierigen Kommunikation ist es hauptsächlich die andere Mentalität. Die chinesischen Tänzer haben es nicht gelernt zu improvisieren, dafür arbeiten sie sehr hart und studieren die Sachen bis zur Perfektion ein.

Wirkt sich diese auf deine künstlerische Inspiration aus?

Ja, ich werde sehr beeinflusst von dem Wo und mit Wem ich etwas mache: Ob ich im Kosovo, in der Schweiz oder in China arbeite überall sind unterschiedliche gesellschaftliche und moralische Barrieren zu überwinden und auch sind die verschiedenen landestypischen Schwerpunkte in den Themen sehr wichtig.

Der Titel „Cage Birds“ wirkt auf mich in einem Land wie China wie eine gesellschaftliche Kritik?

Ja, ist es….wobei Kritik wieder ein westliche Leidenschaft ist. Ich versuche durch abstrakte emotionale Bilder und Bewegungen etwas im Herzen der Zuschauer zu aktivieren. Das nenne ich eigentlich eher eine Bewusstmachung als eine Kritik.

Wird deine Arbeit dort als Kritik empfunden oder empfinden die Europäer dies mehr als solche?

Das weiss ich nicht. Wichtig für mich ist das dieses Stück es schafft z.b. die Chinesen zu berühren. Und damit auch für etwas zu sensibilisieren was in unserer schnellen Konsumgesellschaft droht unterzugehen.

Bei den Bewegungsstudien zu Cage Birds hat dich was am meisten künstlerisch beeinflusst?

Eben Schwarmverhalten, Vogel im Käfig, Vogel auf Elektroleitungen.

Noch eine Frage zu der tranceartig wirkenden Musik: Wie entsteht diese, komponierst du sie selbst?

Ich arbeite immer mit einem Musiker zusammen. Dem erkläre ich erstmals meine Idee und vor allem welche Wirkung ich haben will. Er macht dann  Beat- und Sound-Vorschläge und so tasten wir uns dann langsam vor. Dann legen wir erstmals das Grundtempo fest und bestimmen die Grundstimmung. Der Rest entsteht.

Planst du weitere Stücke, in China ?

Ja.

Weitere  Infos zu Yin Xing + Company:

Das YIN XING Dance Theater ist die einzige private Tanzcompany in China, die zudem  den persönlichen Namen der Eigentümerin tragen darf. Jin Xing zählt als TV Show Moderatorin zu einer der aktuell bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten in China. Als Junge geboren ließ sie sich, mit 28 Jahren, in den Körper umwandeln, in dem sie sich besser zu Hause fühlte. Zudem war sie die erste Frau, die nach einer geschlechtsumwandelnden OP staatlich anerkannt als Frau gilt und das OP legal machen durfte. Vom besten „Militärtänzer“ Chinas, wie es in einer Reportage heisst,  zur berühmtesten Ballerina finanziert sie nun, mit den Einnahmen Ihrer Fernsehshows, die Tanz Company. Yin Xing, deren Name übersetzt: „Gold Star“ oder auch „Venus“ bedeutet und für Männer wie Frauen verwendet wird, ist stark daran interessiert und bestrebt den Tanz in China zu modernisieren. Neben der Company in Shanghai plant sie weitere moderne Ableger im Land und arbeitet dort mit internationelen Choreografen zusammen.

Einen ganz herzlichen Dank an Arthur Kuggeleyn und Heinz Gerd Oidtmann, dem Ehemann von Jin Xing für die Infos und Gespräche, sowie an Birgit Diermann, die mich so Klasse an dem Abend begleitet hat und mein nächstes Projekt ist  auch schon in Planung: Ein Bericht über die Meierei Horst bei Hamburg…

weitere links:

http://www.arthurkuggeleyn.com/HOME.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Jin_Xing

Was der Dünndarm mit dem Sommer zu tun hat!

Es ist ziemlich warm, sogar noch jetzt Anfang September. Die Feuer- und Sommerzeit neigt sich dem Ende zu und das geschäftige Regen beginnt auf allen Ebenen, wie das Erwachen aus einem Mittagsschlaf, zumindest sollte es das….

Die Ferien, in Berlin, sind dem Ende nahe und das Leben wird durchsortiert, startklar gemacht. Besonders im Haushalt: Was ist kaputt, was kann weg, was wird benötigt,was kann wie weiter verarbeitet werden? Manchmal staut sich da etwas, der Termin bei der BSR steht und alle freuen sich auf die, hoffentlich danach, schön sortierten Kellerregale und leergefegten Zimmernischen.

Unser Dünndarm übernimmt den gleichen Job, das Sortieren, nur in uns.

Er muß abwägen was noch zur Weiterverarbeitung gebraucht wird, zersetzt und zerlegt die wichtigen Stoffe und stellt sie neugeordnet dem Gesamtsystem wieder zur Verfügung oder leitet sie, wenn kein Bedarf ist,  an den Dickdarm zur endgültigen Resteverwertung weiter. Wenn wir einen gut funktionierenden Dünndarm haben, können wir auch in unserer Umgebung besser sortieren und Ordnung halten, so sieht es die traditionelle chinesische Medizin:

Innen wie außen.

Der Dünndarm ist dem Feuerelement zu geordnet und hat dadurch seine Organoptimalzeit im Sommer. Vielleicht ist er jetzt auch so aktiv, weil wir in dieser Jahreszeit leichteres Essen bevorzugen und dann die Verdauung  nicht so ganz träge wird. Er gilt als das „Feuerlement-Geschwisterorgan“ zum Herzen. Er ist das Yang Organ, das Herz das Yin Organ. Somit ist er der aktivere, sprich: Ist alles schön sortiert, kann sich das Herz daran erfreuen.

Wenn wir also gerade nicht wissen wo oben und unten ist, können wir uns helfen in dem wir den Dünndarm stärken:

Zunächst mit Bitterstoffen,  wie Chicoree, das mag auch der Magen und die Leber.  Mineralstoffreiche Pflanzen wie Weizenkeimgras, Spirulina oder Aloe und Samen, wie Leinsamen, mit Heilerde, wenig Zucker, wenig weißes Weizenmehl, wenig Kuhmilch, besser Ziegen- oder Hafermilch und Kräutern wie Kurkuma.

Hafer entspricht in der 5 Elemente Küche dem Feuer. Morgens einen gekochten Porridge essen stärkt den Dünndarm, gerne auch mit Kurkuma! Kalt gegessenes Müsli schwächt eher den Darm, denn aus chinesischer Sicht verdaut sich Warmes nun mal deutlich besser wie Kaltes.

Der zum Dünndarm dazugehörige Merdian, die Energiebahn in der die Lebensenergie Chi fließt, startet an den Händen, außen am kleinen Finger neben dem Nagelfalz und endet vor der Ohrmuschel. Er zieht wie im Zickzack über das Schulterblatt und viele Triggerpunkte für klassische Verspannungen liegen auf ihm. Wenn wir uns zuviel „aufschultern“ und nicht gut vorsortiert haben, setzen sich dort die Verspannungen gerne fest.

Ein toller Trick die Spannungen abzubauen ist, einen Akupressurpunkt an der Handaußenkante zu zupfen oder die Handkanten  auf diesen Punkt „aneinander“ zu klopfen. Wenn die Hand zur Faust gemacht wird, steht unter dem kleinen Finger eine Falte nach außen, wie zu einem kleinen Berg hervor. Diesen Berg behandelt ihr. Es handelt sich um den sogenannten Dünndarm Akupressurpunkt Nr 3, dem „großen Schulter-Öffner“.

Achtet beim Klopfen darauf nicht die Luft anzuhalten und die Schultern immer weiter fallen zu lassen, sie gehören nämlich eigentlich nicht neben Eure Ohren!

Bei Traumabehandlungen hat es sich gezeigt, dass dieser Punkt geklopft emotional stark stabilisierend wirkt.

Klopfen könnt Ihr ihn im Dreier Rhythmus am besten drei, dreißig oder neunzig mal, bis zu dreimal täglich, drei Tage für akut, drei Wochen für schon längere Probleme und drei Monate um starkes Ungleichgewicht zu behandeln.

Die Übung gilt nur als Anregung , bei chronischen Krankheiten ist es empfehlenswert sich z.B. in eine TCM Behandlung mit Kinesiologie zu begeben, dort kann genauer ermittelt werden, welche Punkte, in welchem Zeitraum, um welche Uhrzeit, wie behandelt werden sollen.

So gibt es eine Organuhr in der chinesischen Medizin. Anhand dieser entscheiden die TherapeutInnen wann die optimale Stärkung geschehen kann. Dünndarm und Herzen wird die Mittagszeit zugeordnet. Ein kleines Schläfchen zur Mittagshitze trägt also  dem Wohlbefinden unserer Feuerorgane bei, es lebe die Siesta! Hinterher sortiert es sich bestimmt viel besser.

Damit wäre ich am Ende mit dem Beitrag zum Dünndarm, ich klopf dann mal die Handkanten und sortiere weiter im warmen Sommerabend…

 

 

 

 

 

Kurkuma Latte: I love it

Im Winter ging es los, oder war es im Frühjahr? Jedenfalls da war die Kurkuma Latte noch eine „Golden Milk“ und in einigen Ayurveda Artikeln zu finden. Damals mit genauen Kochanleitungen und Zutatenlisten. Es klang recht lecker und ist nicht allzu schwer in der Zubereitung: Milch oder eben Hafer-Reis-o.a.-Milch, etwas Kurkuma, Kokosöl, Cardamon, das ganze aufgekocht und geschäumt  trinken, wer mag, darf es etwas mit Honig oder Agavensirup süßen.

Golden Milk heißt nun Kurkuma Latte, vielleicht damit wir uns das besser merken können? Inzwischen hat die Biofirma „Sonnentor“ zwei Fertig- Mischungen auf den Markt gebracht: Kurkuma Latte Vanille und Kurkuma Latte Ingwer. Zugegeben, die sind lecker, ich liebe gerade Vanille, mit Hafermilch und Kokosfett (so nach Orginalrezept) und es ist ein hammer feiner Abenddrink. Es bringt aufgeregte Gemüter gut in einen schlummer Zustand, mit meist folgender Tiefschlafwirkung.

Aber es lohnt sich mit Kurkuma weiter zu experimentieren, denn abgesehen davon, dass es eine bestechend schöne Farbe hat,  ist Kurkuma nach veschiedenen Untersuchungen auch ein absolutes Antikrebsmittel, kann also  gut zur Prävention auf extrem leckere Art verwendet werden! Da es zu salzig und süß passt ist es ein wirklich spannendes Gewürz, Kokos ist auf jedenfall sehr passend dazu.

In der chinesichen Medizin stärkt die gelbe Farbe unser Erde-Element. Diesem sind Milz und Magen zu geordnet, genau dort beruhigt das Kurkuma auch. Wie eine große warme goldenen Kugel im Bauch, besser als im Brunnen, aber das ist ja eine andere Geschichte…

 

Herzstück

Toll, mein erster Beitrag! 🙂

Hier geht es um die 5 Elemente der chinesischen Medizin. Sie begleiten mich nun mein halbes Leben (25 Jahre) und immer wieder gibt es zu diesen Themenbereich etwas zu berichten.

Jetzt  im Sommer ist das Feuerelement aktiv und da gehören unsere Herzensangelegenheiten dazu, deshalb auch „Herzstück“ als Titel!

Ein gute Zeit also diese umzusetzen, darüber zu sprechen (die Zunge und das Reden gehören auch zum Feuerelement), sie zu tanzen, singen oder einfach ordentlich zu lachen, aus der Asche auferstehen…..

Hört also genau hin, was Euer Herz euch zu sagen hat, fühlt seinen Puls und wenn der Tag sehr aufgeregt ist, koppelt Euch an Euren Herzrhythmus.

Das Herz liebt es leicht zu sein, wie der Schlag eines Schmetterlingsflügel und trotz allem Schweren, was die Welt zu bieten hat, erlaubt ihm / Euch, und wenn es nur kurz ist, leicht und frei wie ein Schmetterling zu sein.

Hier nun noch ein Sommer Gedicht, es ist ein Hai Ku, ein japansicher Dreizeiler, die ich sehr liebe:

Grüne Libellen,

rosa Seerosenblüten

Und gelbe Falter!

von Sodo, Quelle: Probst, Volker: Haiki, japanische Dreizeiler, Reclam 2010, 2.Auflage

Für die „Kreative Tanz“ -Begeisterten noch mein Musiktipp um dieses Gedicht zu tanzen:

Enjoy fire element and go 4 your heart-beat!